Volksentscheid Fahrrad: Geisel-Gutachten ist Klientelpolitik auf dem Rücken Radfahrender

Volksentscheid Fahrrad, Beginn der Unterschriftensammlung

Beginn der Unterschriftensammlung des Volksentscheids Fahrrad. Foto: Volksentscheid Fahrrad, Norbert Michalke

Berlin – Vor dem Hintergrund der veröffentlichten Zulässigkeitsprüfung zum Gesetz zur Förderung des Radverkehrs in Berlin (RadfahrInfo berichtete) hat sich nun der Volksentscheid Fahrrad zu Wort gemeldet. Anders als es die Zusammenfassung des Gutachtens nahelegen könnte, sieht die Initiative das so genannte Radgesetz nicht als gescheitert an. In einer Erklärung heißt es dazu wörtlich:

„Der Prüfungsauftrag kommt zu keinem negativen Ergebnis bei den Paragraphen 1 – 3 und 10 – 21. Damit ist der Löwenanteil des RadGesetzes unbeanstandet und unkompliziert machbar.“

Darüber hinaus seien auch die von der Rechtsanwaltssozietät Redeker, Sellner, Dahs monierten Paragraphen zur Einrichtung von Fahrradstraßen, der pauschalen Öffnung von Einbahnstraßen und einer grünen Welle für den Radverkehr inhaltlich alles andere als nicht umsetzbar. Wenn hier nun eine rechtliche Ausgestaltung über das Straßenverkehrsrecht kritisch gesehen würde, über das Straßenrecht jedoch nicht, könnten bauliche, allerdings zum Teil teurere Maßnahmen dennoch verordnet werden. Kerstin Stark vom Volksentscheid Fahrrad sagt dazu:

„Wir haben nichts dagegen, Fahrradstraßen und Radwege auch mit smarten baulichen Maßnahmen wie Pollern und Baggern anzulegen. Unser Ansatz, unterstützt von 100.000 Menschen aus Berlin, war aber, angemessen, preisgünstig und kurzfristig für den Radverkehr zu sorgen: Wir hätten konstruktive Verbesserungsvorschläge für unser Gesetz erwartet statt eines Prüfauftrags an teure Juristen, der Herrn Geisels Untätigkeit schützt.“

Stark hält das „Geisel-Gutachten“ für Klientelpolitik, „die sich ebenso gegen den Radverkehr wie die staugeplagten Pendelnden richtet.“ Umso mehr sieht Michael Schulte vom Volksentscheid Fahrrad jetzt die Verkehrssenatorin Regine Günther und ihren Staatssekretär Jens-Holger Kirchner in der Pflicht, „für Verbindlichkeit zu sorgen.“

Eine allgemeine Kritik übt die Interessenvertretung an der Grundlage, auf die sich die Expertise stützt:

„Im Gutachten ist das RadGesetz ausschließlich gegen das Straßenverkehrsrecht geprüft worden, das seine Wurzeln in der Reichsstraßenverordnung hat, die politisch den boomenden Autoverkehr protegierte.“


 

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Heinrich Strößenreuther Foto: Volksentscheid Fahrrad/Norbert Michalke

RadfahrInfo hatte die Möglichkeit, mit dem Initiator des Volksentscheids Fahrrad, Heinrich Strößenreuther, ein Interview zum Thema zu führen.

Herr Strößenreuther, die Rechtsanwaltssozietät Redeker, Sellner, Dahs hält Ihren Gesetzentwurf in großen Teilen für nicht umsetzbar, weil es der Kanzlei zufolge dem Land an legislativer Kompetenz mangele. Teilen Sie diese Einschätzung?

Große Teile sind nicht beanstandet worden, tatsächlich bezieht es sich nur auf 27% aller Paragraphen.

Haben Sie Ihren Vorstoß denn keiner rechtlichen Evaluation im Vorwege unterzogen? Und wäre möglicherweise weniger mehr gewesen, indem man den Senat anstelle eines Gesetzentwurfs beispielsweise durch eine Petition zum Handeln bewegt hätte?

Das haben wir gemacht und waren mit unseren Juristen, u. a. Bundesanwalt vom ADFC, zu einer machbaren Einschätzung gekommen – bei Goodwill.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir sind guter Dinge, dass sich alles kurieren lässt, in einer Verhandlungslösung, notfalls mit einem neuen Anlauf.

Sehen Sie in dem Gutachten eine Niederlage, deren Flurschaden sich möglicherweise komplett auf den Fahrradaktionismus ausweiten und die positive Stimmung in der Bevölkerung beeinträchtigen könnte?

Nein, ganz im Gegenteil. Der Erwartungsdruck an die Politik wird noch größer, wenn hier mit vorsätzlich eingeschränkten Negativ-Prüfaufträgen gehandhabt wird.

Wäre es möglicherweise geschickter gewesen, mit Bildung der neuen rot-rot-grünen Koalition eher auf eine Kooperation mit dem Senat zu setzen?

Erst mal war die nicht da, wäre möglicherweise ohne uns auch nicht zustande gekommen. Wir haben den politischen Willen hergestellt, etwas zu tun. Wir steigen jetzt in die Verhandlung ein.

Wird es Ihrerseits Anstrengungen auch auf bundespolitischer Ebene geben, Ihre Forderungen im Straßenverkehrsrecht zu etablieren?

Wir fordern den Senat auf, dass über den Bundesrat tun. Wir haben noch alle Hände voll zu tun, hier in Berlin für eine umumkehrbare Neuausrichtung per Gesetz zu sorgen.

Wenn Sie zurückblicken: Was hat der Volksentscheid Fahrrad bis jetzt erreicht?

Wir haben die Verkehrswende von unten hinbekommen, die jetzt durch Politik und Verwaltung umgesetzt wird. Wir haben deutschland- und weltweit ein Vorbild gesetzt, was geht.

Vielen Dank!

cl

Mecklenburg-Vorpommern fördert Bau des Radweges von Picher bis Strohkirchen

Ludwigslust/Parchim – Der Landkreis Ludwigslust-Parchim erhält vom Land Mecklenburg-Vorpommern für den Neubau eines straßenbegleitenden Radweges an der Kreisstraße 22 vom Ortsausgang Picher bis nach Strohkirchen Fördermittel in Höhe von rund 630.000 Euro (Förderung 75 Prozent). Die Gesamtkosten liegen bei rund 930.000 Euro.

Die Mittel werden gemäß der Richtlinie über die Mitfinanzierung der Investitionen in den Bau von Radwegen in kommunaler Baulast des Landes Mecklenburg-Vorpommern (Kommunale Radbaurichtlinie – KommRadbauRL M-V) in Verbindung mit Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) gewährt.

Der Bau des 4.475 Meter langen Radweges erfolgt in zwei Bauabschnitten. Durch den neuen Radweg wird ein Unfallschwerpunkt beseitigt und die Verkehrssicherheit – vor allem für den Schülerverkehr im Einzugsgebiet des Schulstandortes Picher – erhöht. Außerdem ist der Radweg Bestandteil des Regionalen Radwanderkonzeptes Westmecklenburg und hat damit zusätzlich Bedeutung für den Tourismus. Pressemitteilung Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung

168 Bike-and-Ride-Plätze mit Lademöglichkeit für Pedelecs in Büchen

Büchen – Verkehrsminister Reinhard Meyer hat am 18. Januar dem Büchener Bürgermeister Uwe Möller die Förderzusage des Landes für die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes in Büchen überbracht. Rund 5,2 Millionen Euro stellt das Land zur Verfügung, damit die Gemeinde neue Bike-and-Ride- und Park-and-Ride-Plätze und eine bessere Busverknüpfung schaffen kann. Insgesamt kosten die Baumaßnahmen für die „Mobilitätsdrehscheibe“ Büchen etwa acht Millionen Euro. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein. Die jetzt geplanten Maßnahmen ergänzen das bereits begonnene Projekt an der Lauenburger Straße.

Im Einzelnen entstehen laut Meyer auf der Bahnhofseite Bahnhofstraße/Ladestraße 168 überdachte Bike-and-Ride-Stellplätze, davon 35 in einer Sammelschließanlage mit Schließfächern und Lademöglichkeiten für Pedelecs. Die moderne Park-and-Ride-Anlage auf der Ladestraße wird rund 500 Park-and-Ride-Stellplätze inklusive mehrerer Behindertenstellplätze und gesonderter Stellplätze mit Ladeinfrastruktur für Elektroautos umfassen. Auf Ebene der Bahnhofstraße werden ein Kiss-and-Ride-Parkstreifen für Bringer und Abholer sowie mehrere Taxi-Stellplätze eingerichtet. Die Aufenthalts- und Nutzungsqualität wird durch einen attraktiven, barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen und das Angebot eines kostenfreien WLAN weiter verbessert. Derzeit ist die Gemeinde Büchen zudem im Gespräch mit weiteren externen Serviceanbietern, um das Angebot noch attraktiver zu machen. Mit den Angeboten zur intermodalen Mobilität könnten etwa auch weitere Serviceangebote wie eine Packstation oder Einkaufsboxen verknüpft werden.

Meyer: „Büchen ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für den Nahverkehr im Land. Wir freuen uns über das Engagement der Gemeinde und unterstützen das Projekt ‚Mobilitätsdrehscheibe‘ natürlich gerne. Besonders freut mich, dass die Gemeinde hier auch neue Wege beschreitet und über den Nahverkehr hinausgehende Dienstleistungen anbieten will.“ Täglich nutzen über 4.000 Fahrgäste den Bahnhof Büchen. In Büchen halten die Züge der Bahnlinien RE 1, RB 11 und RE 83. red

Berlins Radgesetz teilweise rechtswidrig

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Der Gesetzentwurf des Volksentscheid Fahrrad ist laut einem Rechtsgutachten des Senats in vielen Punkten juristisch nicht haltbar. Illustration auf Grundlage von Logo des Netzwerks Lebenswerte Stadt e.V.: Redaktion RadfahrInfo

Berlin – Um den Gesetzentwurf des Volksentscheids Fahrrad auf Zulässigkeit zu prüfen, hatte die damalige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt von der dafür zuständigen Senatsverwaltung für Inneres und Sport eine fachrechtliche Sondierung erbeten.

Das Ergebnis der Rechtsanwaltssozietät Redeker, Sellner, Dahs wurde bereits im Oktober des vergangenen Jahres übermittelt und steht ab sofort als Download zur Verfügung.

Aus der Zusammenfassung der Anwälte wird unterdessen deutlich, dass das vom Netzwerk Lebenswerte Stadt e. V. vorgeschlagene Gesetz zur Förderung des Radverkehrs in Berlin zumindest in großen Teilen rechtlich nicht umsetzbar ist. Wörtlich heißt es in dem Papier:

„Die §§ 4 bis 9 RadG enthalten ganz überwiegend straßenverkehrsrechtliche Regelun­gen. Eine geltungserhaltende Umdeutung in straßenrechtliche Regelungen ist unzuläs­sig. Etwas anderes gilt für die § 6 Abs. 1, 3, 4 und 5, § 7 Abs. 1 bis 4 und § 8 Abs. 1, 2, 4 und 5 RadG. Hierbei handelt es sich um straßenrechtliche Regelungen, für die das Land Berlin die Gesetzgebungskompetenz hat.“

Eine Absage erteilt das Dossier damit der verpflichtenden Einrichtung von Fahrradstraßen, der pauschalen Öffnung von Einbahnstraßen und einer grünen Welle für den Radverkehr. Ebenfalls scheitert den Gutachtern zufolge eine gesetzlich verankerte Mitbenutzung von Busspuren. Größtenteils keine Schwierigkeiten sehen die Juristen beim Bau von Radschnellwegen und sicheren Radverkehrsanlagen an Hauptstraßen sowie in der Umgestaltung von neuralgischen Knotenpunkten.

Maßgeblich für die Entscheidung, ob das Radgesetz in unzulässiger Weise gegen Bundesrecht verstößt, war die Frage, inwiefern die Maßnahmen als straßenrechtliche oder straßenverkehrsrechtliche Eingriffe zu werten sind. Während straßenrechtliche Vorschriften – also Regelungen, die dem Bereitstellen des Weges dienen – durch die Länder erlassen werden können, obliegt die Hoheit über straßenverkehrsrechtliche Statuten ausschließlich dem Bund. Denn er soll durch das Straßenverkehrsrecht die polizeilichen Voraussetzungen für einen sicheren und flüssigen Verkehr schaffen. cl

Diskutieren Sie über das Thema in unserem RadfahrInfo-Forum!

Gleimtunnel: Zur Wiedereröffnung Tempo 30 und langfristig eine Fahrradstraße

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Nach den heftigen Regenfällen im Juli, die das Bauwerk unter Wasser gesetzt und parkende Autos zusammengeschoben hatten, musste der Gleimtunnel gesperrt werden. Jetzt steht seine Wiedereröffnung unmittelbar bevor. Foto/Rechte: Wikimedia Commons, Dieter Weißbach

Berlin – Bei einem Ortstermin am Gleimtunnel wurden heute letzte Maßnahmen vor der Wiedereröffnung des Tunnels besprochen. Auf Einladung von Staatssekretär Jens-Holger Kirchner nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Bezirksämter Mitte und Pankow, der Verkehrslenkung Berlin, der Oberen Straßenverkehrsbehörde, der Polizei, der Groth-Gruppe, des Straßenlaternenbetreibers Alliander Stadtlicht und Anwohnerinnen und Anwohner teil.

Verabredet wurde, dass der Tunnel Ende kommender Woche wieder geöffnet werden soll. Im Tunnel werden zusätzliche Leuchten angebracht, damit es insgesamt und insbesondere auf den Bürgersteigen heller und damit sicherer wird. Die Tempo-30-Zone wird bis zur Graunstraße erweitert, um so die Verkehrssicherheit für Radfahrende zu erhöhen. Das Parken im Tunnel ist weiter möglich. Auf der Weddinger Seite wird auf die Höhe des Rondells aus Kopfsteinpflaster mit einer zusätzlichen Markierung hingewiesen, um Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer zu vermeiden. Perspektivisch soll der Gleimtunnel in eine längere Fahrradstraße integriert werden. Staatssekretär Jens-Holger Kirchner sagt:

„Ich freue mich, dass nach den langen Monaten der Schließung der Gleimtunnel bald wieder eröffnet werden kann. Die Neugestaltung erhöht die Attraktivität des Straßenzuges für Radfahrerinnen und Radfahrer und ermöglicht ein sicheres Nebeneinander von Auto- und Fahrradverkehr“.

Der Gleimtunnel war nach heftigen Regenfällen im Juli gesperrt worden. Ausschließlich Radfahrende und zu Fuß Gehende durften das Bauwerk entlang der früheren innerdeutschen Grenze seither passieren.

Bis zum Abschluss der Arbeiten am Regenwasserkanal wird es am nordwestlichen Rand noch eine Baustelle geben, die entsprechend markiert wird. Pressemitteilung SenUVK

Frohes neues Jahr, Tempo 30 und ein Internetforum

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Frohes neues Jahr wünscht shaRAD Space – jetzt auch mit einem Internetforum für den Gedankenaustausch. Foto: shaRAD Space

Stuttgart – Zunächst einmal möchten wir uns bei Ihnen und Euch für den gelungenen Start von shaRAD Space im letzten Jahr bedanken und wünschen all unseren Leserinnen und Lesern ein frohes, gesundes, erfolgreiches und glückliches 2017, das schon jetzt um Veränderungen nicht verlegen ist:

Von nun an nämlich dürfen Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr auch auf Gehwegen von einer mindestens 16 Jahre alten Aufsichtsperson begleitet werden. Unterdessen ist es ihnen ebenfalls gestattet, auch baulich von der Fahrbahn getrennte Radwege mitzubenutzen. Bis dato mussten jüngere Kinder ausschließlich auf den Bürgersteig ausweichen, der jedoch für die erwachsene Aufsichtspersonen tabu war.

Des Weiteren sind E-Bikes ab sofort mit Mofas gleichgestellt, wodurch sie künftig auch auf Radwegen außerhalb geschlossener Ortschaften unterwegs sein dürfen. E-Bikes sind nach Definition des Bundes Elektro-Leichtmofas bis 25 km/h, die sich genauso ohne Tretunterstützung selbständig fahren lassen und für die unter anderem Versicherungs- sowie Helmpflicht besteht. Herkömmliche Pedelecs mit einer Tretunterstützung bis 25 km/h fallen nicht unter die veränderten Vorschriften.

Eine der bedeutendsten Reformen aber dürfte wohl sein, dass die Hürden für das Anordnen von Tempo 30 auf innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen gesenkt wurden. Damit wird es fortan möglich sein, schneller eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen im Umfeld von Kindergärten, Kindertagesstätten, allgemeinbildenden Schulen, Förderschulen, Alten- und Pflegeheimen beziehungsweise Krankenhäusern zu erwirken. Verkehrsministern wie Michael Groschek aus Nordrhein-Westfalen fällt ein Stein vom Herzen:

„Nordrhein-Westfalen hat sich mit anderen Bundesländern im Bundesrat erfolgreich dafür eingesetzt, dass der Bund diese Verbesserungen einführt. Ich bin froh, dass der Bundesverkehrsminister als Herr über die Straßenverkehrsordnung schnell gehandelt hat und die StVO-Novelle jetzt bereits in Kraft ist.“

Derweil hat der Tatendrang auch shaRAD Space erfasst. Dem einen oder anderen mag das Detail vielleicht schon aufgefallen sein: RadfahrInfo ziert den Header. Dahinter steckt eine Kooperation mit dem Verkehrsmagazin BahnInfo. ShaRAD Space wird unter dem Themenkomplex RadfahrInfo künftig exklusiver Bestandteil des Online-Eisenbahnjournals. Gleichzeitig geht mit einem Diskussionsforum das erste gemeinsame Projekt an den Start.

Im RadfahrInfo-Forum, das man ebenso im Menü unter „Forum“ erreicht, kann nach einmaliger Registrierung über beliebige Themen rund um das Fahrrad nach Herzenslust kontrovers diskutiert und berichtet werden. Darüber hinaus stehen registrierten Nutzerinnen und Nutzern alle weiteren BahnInfo-Foren in vollem Umfang zur Verfügung.

In diesem Sinne wünscht RadfahrInfo allen viel Kraft in den Pedalen sowie Akkus und jede Menge Rückenwind! red/cl

Berlins Verkehr: Mehr Unfälle, mehr Autos, mehr Tote

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Sit-in von Aktivisten des Volksentscheid Fahrrad auf der Kaiser-Wilhelm-Strasse in Lankwitz anlässlich eines tödlichen Fahrradunfalls am 23.8.2016. Einer von vielen, wie der Verkehrssicherheitsbericht leider bescheinigt. Foto/Rechte: Volksentscheid Fahrrad/Norbert Michalke

Berlin – Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat den Verkehrssicherheitsbericht 2016 vorgelegt. Er steht ab sofort auch als Download auf den Internetseiten zur Verfügung.

Demnach wurden im Jahr 2015 rund 137.000 Verkehrsunfälle polizeilich registriert, was abermals einen Zuwachs gegenüber den Vorjahren bedeutet. Unterdessen weist die Senatsverwaltung darauf hin, dass auch die Einwohner- und die Kfz-Zulassungszahlen seit einigen Jahren ansteigen.

Die bis zum Jahr 2010 erfreuliche Entwicklung bei Verunglückten hat sich seither nicht fortgesetzt. Fast 18.000 Menschen wurden 2015 wieder bei Verkehrsunfällen im Berliner Stadtgebiet verletzt, davon rund 2.100 schwer. Auch die Zahl der bei Verkehrsunfällen Getöteten kletterte auf einen recht hohen Wert. Nach einem Tief im Jahre 2013 mit 37 tödlich Verletzten verloren 2015 insgesamt 48 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr der Hauptstadt. Der Zuwachs in den letzten drei Jahren folgt dabei einem allgemeinen Trend. Deutlich ungünstiger als der bundesweite Durchschnitt bei innerörtlichen Unfällen erweist sich allerdings die Entwicklung im Hinblick auf schwer verletzte Unfallopfer: Während die Anzahl Schwerverletzter auf Innerortsstraßen bundesweit betrachtet seit 2004 um 13 % zurückging, war in Berlin im gleichen Zeitraum ein Zuwachs um 13 % zu verzeichnen.

Rund drei Viertel aller Schwerverletzten und Toten sind unter den zu Fuß Gehenden, Radfahrenden und motorisiert Zweiradfahrenden zu beklagen. Ohnehin  kommen die beiden Letzteren im Vergleich zu ihrem Anteil an den täglichen Wegen im Straßenverkehr überproportional häufig mit gefährlichen Blessuren zu Schaden. Laut Angaben der Senatsverwaltung bleibt das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln sonach die sicherste Form der Verkehrsteilnahme.

Gleichwohl wurden die meisten Unfälle mit Verletzungs- und Tötungsfolge, an denen Fußgänger und Radfahrer beteiligt waren, von Autofahrern verschuldet. Vor allem junge Erwachsene, aber auch Erwachsene mittleren Alters (25 bis 64 Jahre) fallen der Statistik zufolge insbesondere auf. Als Unfallursache dominiert hier mit Abstand „Falsches Verhalten beim Abbiegen“. Dies gilt in besonderem Maße gegenüber Radfahrenden. Die Unfallursachen „Nichtbeachten der Vorfahrt“ und „Nicht angepasste Geschwindigkeit“ rangieren an zweiter und dritter Stelle.

Im Rahmen seiner Verkehrssicherheitsarbeit setzt der Senat unter anderem mit Nachdruck auf die „Berliner Charta für die Verkehrssicherheit“, in der sich mittlerweile über 30 Institutionen zusammengeschlossen haben. Mit vielfältigen Maßnahmen und Aktivitäten sollen sie zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Stadtgebiet beitragen.

Des Weiteren will sich die Senatsverwaltung auch in den kommenden Jahren verstärkt den Themen Geschwindigkeit und Geschwindigkeitsverhalten widmen. Im Vordergrund soll hierbei vor allem die Wirkung der Verletzungsschwere bei Fußgängern und Radfahrern stehen. Ebenfalls auseinandersetzen möchte man sich mit der Abbiegeproblematik bei parallel verlaufenden Fuß- und Radverkehrsströmen und deren Ampelschaltungen. Ferner soll eine Rahmensetzung für das Überqueren von Fahrbahnen durch Passanten festgelegt und an einer generell besseren Sichtbarkeit aller Verkehrsteilnehmer untereinander gearbeitet werden. red/cl

 

Verkehrsinfos und multimodaler Routenplaner auf berlin.de

 

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Ab sofort präsentiert die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Verkehrsinformationen auch auf dem Hauptstadtprotal berlin.de. Ein nützlicher Bestandteil für Radfahrende ist der multimodale Routenplaner, der zahlreiche Details wie Bike-Sharing-Stationen oder Verkehrsmeldungen bereithält. Quelle zitiertes Bild: Screenshot, berlin.de / BerlinOnline Stadtportal GmbH & Co. KG

Berlin – Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz stellt ihre Verkehrsinformationen ab jetzt auch direkt auf dem Hauptstadtportal ein. Senatorin Regine Günther möchte so Transparenz schaffen und die Informationen leicht zugänglich interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stellen.

Über den Service–Reiter „Verkehr“ der Berliner Homepage gelangt man jetzt direkt zu allen Bereichen rund um das Thema Mobilität.

Darin enthalten sind:

  • ein Routenplaner für öffentlichen sowie Individualverkehr, Rad, Fuß und intermodalen Verkehr
  • die Verkehrslagekarte mit der Anzeige von verkehrlichen Störungen, Baustellen und Sperrungen – gleichzeitig können diese auch als Meldungsliste ausgegeben werden
  • die Verkehrsbeobachtungskameras
  • Informationen zu den Berliner Flughäfen
  • alles zum öffentlichen Nahverkehr wie beispielsweise Fahrkarten, Tarifzonen und Netze von S-Bahn, U-Bahn, Bus u. Tram

In der linken Navigationsliste sind zudem An- und Abreiseinformationen des Fernverkehrs in Bahnhöfen, auf Flughäfen sowie von Fernbussen abrufbar.

Weiterhin stellt darüber hinaus die Verkehrsinformationszentrale alle Verkehrsmeldungen auf viz.berlin.de bereit.

Mit dem Routenplaner haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ihre individuelle Strecke von einem gewünschten Start- zu einem Zielpunkt zu planen. Die Effektivität zur Erreichung des Zielortes sowie die Individualität in der Auswahl des Verkehrsmittels stehen hierbei im Vordergrund. Unter Einbeziehung der aktuellen Verkehrslage haben die Nutzer die Möglichkeit, sich die schnellste Route mit dem Fahrrad, den öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Pkw, zu Fuß oder multimodal anzeigen zu lassen.

Die Verkehrslagekarte gibt derweil Auskunft über die aktuelle städtische Verkehrssituation. Farblich gekennzeichnete Elemente visualisieren Störungen im Straßenverkehr sowie im ÖPNV. Eine Umfahrung dieser Bereiche oder die Wahl eines anderen Verkehrsmittels kann so von jedem Nutzer im Vorfeld eingeplant werden.

Über dieses Angebot hinaus bietet die Karte noch weitere Funktionen. So können mittels eines Layers auf dem Plan zahlreiche Standortinformationen wie beispielsweise touristische Ziele, S- und U-Bahn-Stationen, Busparkplätze, Taxihaltestellen, Verleih- und Sharingstationen sowie Ladesäulen ausgewählt werden.

Die Verkehrsbeobachtungskameras veranschaulichen unterdessen das Verkehrsaufkommen auf den Berliner Straßen. Die Bildinformationen können genutzt werden, um die geplanten Reisezeiten effizienter zu gestalten. Mithilfe der Kamerabilder kann man sich einen schnellen Überblick zur aktuellen Verkehrslage verschaffen und gegebenenfalls Alternativrouten einplanen.

Ein weiteres Novum sind die geplanten Abfahrtszeiten der Fernbusse, die in der neuen Version auf die jeweilige Haltestelle bezogen abrufbar sind und desgleichen über Verspätungen informieren. Um eine sichere An- und Abreise zu garantieren, ist zudem jede Haltestelle auf einer Karte markiert.

Last, but not least sind auch die Ankunfts- und Abflugzeiten an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld auf der Berliner Webseite berücksichtigt. Reisende können auf diese Weise überprüfen, ob eine Maschine Verspätung hat, sich im Landeanflug befindet oder bereits gelandet ist. red

 

StadtRad mit drei Millionen Fahrten beliebter denn je

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Hamburgs StadtRad wächst sowohl bei den Nutzungszahlen als auch bei der Infrastruktur. Pedelecs, Lastenräder und Velos mit Kindersitzen sollen folgen. Quelle/Rechte: Wikimedia Commons / MissyWegner

Hamburg – Unter Berufung auf das Hamburger Abendblatt bricht das StadtRad 2016 abermals einen Rekord. Mit drei Millionen Fahrten bis zum vergangenen Mittwoch hätten rund 500.000 Menschen mehr als noch im Jahr zuvor das öffentliche Fahrradverleihsystem genutzt, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn der Zeitung gegenüber erklärte.

Derweil steigen beim StadtRad nicht bloß die Nutzerzahlen, auch die Infrastruktur wächst (shaRAD Space berichtete). Bis Ende 2017 sollen 2.450 Mietbikes an über 209 Stationen verfügbar sein. Vorerst wird das StadtRAD damit seine Zielgröße erreicht haben, ehe der Betreibervertrag mit der Bahn-Tochter DB Rent zum 31.12.2018 ausläuft. Ungeachtet dessen weist der Grünen-Verkehrsexperte Martin Bill auf den Aktionismus hin, mit dem der Senat den Ausbau des Bike-Sharings vorantreibe. In einer Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft am 12. Oktober sagte er hierzu wörtlich:

„Und im Koalitionsvertrag steht drinnen, das Flottenangebot soll um Pedelcs, um Lastenräder und um Räder mit Kindersitzen erweitert werden.“

Die Zahlen geben den Forderungen in jedem Falle Recht, wie ein Blick in die Statistik verrät. Die Top Ten der Leihstationen lesen sich beeindruckend:

 

Platz Station Anzahl/Leihvorgänge
1 Allende-Platz / Grindelhof 52.076
2 Schulterblatt / Eifflerstraße 46.961
3 Goldbekplatz / Semperstraße 38.461
4 Jungfernstieg / Ballindamm 38.062
5 Mundsburg / Schürbeker Straße 37.053
6 Lange Reihe / Lohmühlenpark 35.895
7 Hauptbahnhof Ost / Hachmannplatz 35.765
8 Jarrestraße / Rambatzweg 35.683
9 Eduard-Rhein-Ufer / Schwanenwik 35.675
10 Landungsbrücken / Hafentor 34.047

red

Neue Radabstellplätze für Erkner

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Das direkte Umfeld des Bahnhofs Erkner wird umgebaut. Unter anderem entstehen neue Fahrradabstellplätze. Quelle/Rechte: Wikimedia Commons / Assenmacher

Erkner – Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider hat heute einen Förderbescheid in Höhe von 756.000 Euro aus dem kommunalen Infrastrukturprogramm für die partielle Umgestaltung des Bahnhofs Erkner übergeben. Damit wird der Bau von 32 neuen Radabstellplätzen, aber gleichzeitig ebenfalls 110 Parkplätzen für Autos unterstützt. Geplant ist außerdem, den  Busbahnhof barrierefrei umzubauen und weitere Haltemöglichkeiten für Busse einzurichten.

Ministerin Schneider hob hervor:

„Erkner ist ein Verkehrsknotenpunkt von großer regionaler Bedeutung. Mit den neuen Abstellplätzen und dem Umbau des Busbahnhofs wird der Umstieg vom Auto oder Rad auf die Bahn attraktiver. Insbesondere auch für Menschen mit Behinderung. Jede Investition ist auch eine Investition in die Barrierefreiheit.“

Die Bauvorhaben im Einzelnen:

  • Neubau von 32 Fahrradstellplätzen als Bike-and-Ride-Anlage nahe der Eisenbahnunterführung
  • Neubau von 110 Pkw-Stellplätzen als Park-and-Ride-Anlage
  • Beleuchtung für die Anlagen
  • Neubau der vorhandenen zwei Bushaltestellen zur Verbesserung der Barrierefreiheit
  • Einrichtung von weiteren, barrierefreien Warteflächen für die Fußgänger
  • Entwässerungsarbeiten

Die Errichtung eines elektronischen Fahrplananzeigesystems mit akustischen Signalen für Sehbehinderte. red