Sikorskis Vision ist längst Wirklichkeit – Zeit für neue Taten

Frankfurt – Rund 3.000 Radbegeisterte machten gestern während der sechsten ADFC bike-night in Frankfurt die Nacht zum Tag und nahmen mit der A 66 unter dem Motto „Mehr Platz für Radler – nicht nur heut’ Nacht!“ selbst die letzten sicher geglaubten Bastionen von Autofahrern ein. Und Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir ging – oder besser gesagt: fuhr – mit bestem Beispiel voran. In der Nacht twitterte er:

„Rückweg von der ADFC #bikenight. Bin heute der 3101. Radler an der Zählstelle im Hafen Offenbach …“

In seiner Rede während der Zwischenkundgebung an der Sophienstraße / Ginnheimer Straße hatte Al-Wazir bereits gesagt, dass Frankfurts erster grüner Verkehrsdezernent, Lutz Sikorski, eine Vision gehabt habe. Einst habe er sich gewünscht, dass es für jeden Banker selbstverständlich sein solle, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.

Diese Vision ist längst Realität, spätestens seit sich mit der KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau – sogar eine Bank bei der Stadt für die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur starkmacht.

Die soll, wenn es nach dem Willen des derzeitigen Verkehrsdezernenten
Klaus Oesterling geht, weiter rasch ausgebaut werden. Oesterling, der vor allem als ÖPNV-affin gilt und nicht mal einen eigenen Dienstwagen besitzt, legte den Fokus in seiner Ansprache vor allem auf abschließbare Fahrradboxen, um die Abstellmöglichkeiten für Radfahrende nachhaltig zu verbessern. Frankfurts ADFC-Sprecher Bertram Giebeler mahnte sodann zur Besonnenheit: Man will die Leute nicht an den Worten, sondern ihren Taten messen, lautet in etwa die Quintessenz.

In Vorleistung ist die politische Riege diesbezüglich zumindest insofern gegangen, als sie mit Tarek Al-Wazir und Klaus Oesterling zwei prominente Vertreter wortwörtlich ins Rennen geschickt hat. Tapfer haben beide auf dem Rundkurs vom Römerberg durch Bockenheim, Nord- und Westend Flagge gezeigt. Das verdient zunächst einmal Anerkennung. Und es lässt Platz für den Wunsch nach einem Ansteckungseffekt. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Baden-Württembergs Verkehrsminister Windfried Hermann und der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn auf der kommenden Critical Mass Stuttgart am 7. Oktober eine Allianz bildeten und ab 18.30 Uhr den Korso vom Feuersee durch die Feinstaubhochburg der Republik anführten? cl/rh

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s