Step by step – Berlin entdeckt die Fußgänger

Berlin – Als erste bundesweite Großstadt mit einer eigenen Fußverkehrsstrategie war Berlin heute Gastgeber des tagenden internationalen Fachbeirates Fußverkehrsstrategie. Zum allerersten Mal fand sich das unter der Federführung des deutschen Fachverbandes Fußverkehr Deutschland FUSS e. V. gebildete Gremium zusammen, das beratend die Entwicklung eines bundeseinheitlichen „Handlungsleitfaden für Fußverkehrsstrategien (FVS)“ unterstützt. 

Im Rahmen der Veranstaltung hieß Staatssekretär Christian Gaebler neben den Vorständen und Obmännern der deutschen, österreichischen und Schweizer Fußverkehrsdachverbände ebenfalls Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Forschung sowie anwesende Verkehrsplaner willkommen. Gefördert wird die Erarbeitung des Leitfadens durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Im Gegensatz zu den Konzepten und Maßnahmen im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans gebe es bisher in Deutschland lediglich erste ortsbezogene Ansätze für eine strategische Förderung des Fußverkehrs, erklärte die gastgebende Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Im Vergleich dazu seien die Aktivitäten in Berlin und in Baden-Württemberg herausragende Beispiele. „Aus diesem Grund freue ich mich besonders, dass Berlin als Auftaktort zur Erarbeitung einer bundesweit einheitlichen Leitlinie
zur Fußverkehrsförderung in Städten ausgewählt wurde“, sagte Staatsekretär Gaebler. „In Berlin haben wir mittlerweile einige Erfahrung mit der Förderung und Weiterentwicklung einer Strategie zur Förderung des Zufußgehens“, Gaebler weiter.

Die Hauptstadt hat im Rahmen der „Fußverkehrsstrategie für Berlin“ in den letzten fünf Jahren etliche Maßnahmenpakete aufgelegt und umgesetzt. So sind beispielsweise als „Maßnahmen zur Verbesserung des Fußverkehrs“ seit 2012 in allen Bezirken Berlins über 500 Hochborde abgesenkt worden, um die Barrierefreiheit im öffentlichen Straßenraum zu verbessern. Bis Ende des Jahres soll der 400. neue Fußgängerüberweg eröffnet werden. Im Jahre 2001 existierten im Lande Berlin lediglich rund hundert derartige Querungshilfen. 3,2 Millionen Euro veranschlagt Berlin in seinem Haushalt jährlich zur Förderung des Fußverkehrs.

Auch die Umsetzung der Modellprojekte der Berliner Fußverkehrsstrategie schreite den Angaben der Senatsverwaltung zufolge voran, jedoch langsamer als ursprünglich angedacht. 

Neben erfolgreich durchgeführten Projekten zur Fußgängerbefragung, dem Test fußverkehrsfreundlicher Ampeln und der Schaffung von Instrumenten zur Förderung des fußverkehrsfreundlichen Einzelhandels habe sich die Einführung von Begegnungszonen in Berlin als besonders anspruchsvoll herausgestellt. Hier lerne man aus den ersten Erfahrungen und beschreite mittlerweile neue Wege in der Bürgerbeteiligung. Beispielsweise werde für eine geplante Begegnungszone in der Kreuzberger Bergmannstraße ein im deutschsprachigen Raum neues und einmaliges Konzept mit temporären Begegnungsmodulen für rund zwei Jahre getestet.

Staatssekretär Gaebler kündigte überdies die Fortsetzung der Fußverkehrsstrategie auch für die kommende Legislaturperiode an: „Wir sind hier auf einem guten Weg und müssen, um unserem Ziel einer fußverkehrsfreundlichen Stadt näher zu kommen, die Strategie und Förderprogramme konsequent weiterverfolgen. Es ist sowohl für Berlin als auch für Deutschland eine Aufgabe für mehr als eine Generation.“ 

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt blickt in diesem Zusammenhang gerne auf den so genannten Modal Split: 31% aller Wege der Berliner Bevölkerung würden zu Fuß zurückgelegt – und damit mehr als bei jeder anderen Verkehrsart. Vor diesem Hintergund sei Berlin Hauptstadt des Fußverkehrs. cl

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