Berlin wählt Fahrrad – 16. Kreisfahrt vor Abgeordnetenhauswahlen

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„Berlin wählt Fahrrad!“ war einen Tag vor den Wahlen das Motto der 16. Kreisfahrt des ADFC. Quelle/Rechte: ADFC Berlin

Berlin – Unter dem Motto „Berlin wählt Fahrrad“ haben heute 500 Velobegeisterte auf der 16. ADFC-Kreisfahrt eine Wende in der Verkehrspolitik gefordert. Die Fahrt führte vom Brandenburger Tor, über Hallesches Tor, Kottbusser Tor, Frankfurter Allee, Bornholmer Straße, den Westhafen, den Ku’damm zum Potsdamer Platz. Einen Tag vor den Abgeordnetenhauswahlen nutzte der Korso die Gelegenheit, noch einmal an alle Berlinerinnen und Berliner zu appellieren, mit ihrer Wahl die zukünftige Berliner Verkehrspolitik mitzubestimmen.

Die ADFC-Landesvorsitzende Eva-Maria Scheel mahnt: „Bei der Wahl geht es auch um die Frage: Wie kann Berlin weiter wachsen und trotzdem eine lebenswerte, moderne Stadt sein, die nicht in Autostaus erstickt? Radverkehr spielt dabei eine zentrale Rolle und muss endlich entsprechend gefördert werden. Mit der Radverkehrsstrategie gab es lange Zeit ein gutes Konzept, das jedoch kaum umgesetzt wurde. Die neue Regierung muss jetzt zeigen, dass sie es ernst meint und handeln.“

Mit seinen im Juli veröffentlichten Forderungen will der ADFC zeigen, welche Weichen jetzt gestellt werden müssen, damit 2025 alle Berlinerinnen und Berliner schnell, sicher und komfortabel in ihrer Stadt Rad fahren können. Das Maßnahmenbündel erwartet der Verband als Bestandteil der Koalitionsverhandlungen nach der Wahl.

Beispielsweise sollen nach dem Willen des ADFC wesentlich mehr Investitionsmittel im Haushaltsjahr veranschlagt werden als bislang. Sind es gegenwärtig gerade einmal 3,80 Euro pro Einwohner und Jahr soll sich der Betrag verdreifachen. Damit würde Berlin gemessen an anderen europäischen Metropolen zwar immer noch deutlich hinterherhinken, könnte aber den bis dato gravierenden Abstand spürbar verringern. Zum Vergleich: Oslo gibt pro Jahr und Einwohner 70,30 Euro aus, in London sind es immerhin noch 17,70 Euro und in Paris 13,50 Euro.

Weitere Punkte sind die Vervollständigung des Haupt- und Nebenroutennetzes und sichere Radverkehrsanlagen an Hauptstraßen. Auch die Umgestaltung von Kreuzungen steht auf der Agenda des Berliner ADFC. Farblich markierte vorgelagerte und aufgeweitete Radaufstellstreifen (ARAS) sollen dem Katalog zufolge an allen geeigneten Zufahrten eingerichtet werden, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

Ein weiteres Anliegen ist die Intermodalität. Wenn es nach dem Fahrrad-Club geht, gehört das öffentliche Leihradsystem künftig als fester Bestandteil in die Tarifstruktur des VBB. Diese Forderung ist nicht bloß recht und billig, sondern in Zeiten rasant wachsender Vernetzung eigentlich längst überfällig. Auch shaRAD Space hatte sich dem Thema bereits an anderer Stelle gewidmet: Bike-sharing wie StadtRad auf Erfolgskurs – Neue Konzepte sind gefragt

Last, but not least versucht der ADFC in seinem Programm einem dramatisch zunehmenden Ärgernis Herr zu werden: Mit einer „Ermittlungsgruppe Fahrraddiebstahl“ bei der Polizei sollen Prävention und Aufklärungsquote deutlich verbessert werden. Letztere liegt in Berlin bei mickrigen 4-5%. Und das in einer Stadt, in der Fahrradklau eine Phase der Hochkonjunktur erlebt. Tagtäglich werden durchschnittlich mehr als 80 Räder entwendet.

Eigene Anmerkung: Unser Berlin-Redakteur Patrick Schardien ist das Sinnbild dieser Statistik, und er ist ein gern gesehener Gast bei Fahrradhändlern. Denn innerhalb der letzten sechs Monate wurden ihm bereits drei Fahrräder entwendet. Über seine Erfahrungen und Gefühle lässt er sich in Kürze in einer Kolumne aus.

Den gesamten Forderungskatalog des ADFC kann man einsehen unter: http://bit.ly/ADFC_forderungen_pdf

cl

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