Der RS1: Jetzt wird in die Pedale getreten


Düsseldorf – Unter dem Motto „Jetzt treten wir gemeinsam in die Pedale“ haben Minister Michael Groschek und das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium alle Verantwortlichen zu einer „Akteurskonferenz Radschnellweg 1“ an den Tisch geholt, um sie auf auf ein entschlossenes Vorgehen bei der Realisierung des RS1 einzuschwören. Mit dabei waren elf Kommunen, drei Bezirksregierungen, der Regionalverband Ruhr, der Landesbetrieb Straßenbau und Vertreter von Bundesverkehrs- und Bundesumweltministerium.

„Eine Blaupause für moderne Verkehrsinfrastruktur in Ballungsräumen“ könne der RS1 werden, war der einhellige Tenor. Themen waren die bevorstehenden Änderungen des Straßen- und Wegegesetzes NRW, Fragen der Finanzierung des RS1 und die positiven Folgen guter Radinfrastruktur für die Entwicklung der Innenstädte.

Verkehrsminister Michael Groschek erläuterte die Novellen im Straßen- und Wegegesetz, wonach die Landesregierung künftig Radschnellwege als neue Wegekategorie „Radschnellverbindungen des Landes“ einführen will. „Nordrhein-Westfalen ist damit Schrittmacher in Sachen Radverkehr. Die Gesetzesänderung trägt den veränderten Funktions- und Leistungsansprüchen des stetig wachsenden und dank Pedelecs beschleunigten Fahrradverkehrs Rechnung. Radschnellwege schaffen attraktive Verbindungen für einen gemeinde- bzw. kreisübergreifenden Alltags- und Pendlerverkehr, sie entlasten Straßen und ÖPNV, ihnen kommt eine den Landesstraßen vergleichbare regionale Verkehrsbedeutung zu. Das stellen wir jetzt auf eine klare rechtliche Grundlage“, sagte der Minister. Die Änderung des Gesetzes werde voraussichtlich im Oktober vom Landtag beschlossen, so Groschek.

Martin Tönnes vom Regionalverband Ruhr berichtete über den aktuellen Umsetzungsstand durch den Projektträger Regionalverband Ruhr. Bislang sind in den fertiggestellten etwa 10 km langen Abschnitt 31,4 Millionen Euro investiert worden. Er umfasst die bereits eröffneten Strecken 1 und 2 zwischen der Essener Universität und Mülheim an der Ruhr Hauptbahnhof, die drei Teilabschnitte 3 a,b,c , die von der Stadt Mülheim zurzeit gebaut werden und die 1,6 Millionen Euro schwere Brücke über den Berthold-Beitz-Boulevard in Essen. Letztere ist ein eminent wichtiger Mosaikstein in dem ambitionierten Projekt, für das insgesamt 183,7 Millionen Euro veranschlagt sind.

Der Berthold-Beitz-Boulevard. Ein kritischer Punkt, der die Radroute auch verkehrlich zerschneidet. Foto: Christian Linow

Der Berthold-Beitz-Boulevard. Ein kritischer Punkt, der die Radroute auch verkehrlich zerschneidet. Foto: Christian Linow

Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin des Landesbetriebs Straßenbau NRW, skizzierte die künftigen Planungen, die allesamt bei Straßen.NRW gebündelt werden. Auch künftig werde es ihr zufolge einen Finanzierungsmix aus den Radverkehrsfördermitteln des Landes, den Bundesprogrammen für Radwege an Bundesstraßen, aus Städtebaufördermitteln und regionaler Wirtschaftsförderung geben. Wenn der Landtag die Änderung des Straßen- und Wegegesetzes beschlossen habe, könne vor allem auch die Unterhaltung der Strecke aus Landesmitteln erfolgen. Gleichfalls rechne sie ab dem kommenden Jahr spätestens nach der Etatisierung mit einer erhöhten Bundesförderung. Das Bundesverkehrsministerium hatte einen neuen Haushaltsansatz im Zuge der Beratungen zum Bundesverkehrswegeplan zugesagt. Vorbehaltlich der Beschlussfassung im Bundestag soll im nächsten Bundeshaushalt eine Förderung von 25 Millionen Euro für Radschnellwege zur Verfügung stehen.

Insgesamt dürfte sich für den RS1 also eine hoffnungsvolle Zukunft abzeichnen, wie nicht zuletzt der neu aufgelegte Image-Film verdeutlicht. Sofern die in dem Clip akzentuierten Attribute wirklich in die Tat umgesetzt werden, erhalten Radfahrende endlich eine bundesweit einmalige Infrastruktur, die den Kampf mit dem Auto auf Augenhöhe aufnimmt. Oder wie es Verkehrsminister Groschek sagt:

„German Autobahn ist in der Welt ein Qualitätssiegel. Das soll der Rad-schnellweg 1 auch werden: Sicher, schnell und komfortabel.“

Am Ende appellierte er nochmals an die Teilnehmer der Akteurskonferenz eindringlich: „Neben dem Ausbau der Autobahnen und dem Gleisausbau für den RRX ist der RS 1 das Aufbruchssignal für neue Mobilität in der staugeplagten Region. Wir müssen jetzt mit Hochdruck am Ausbau der Strecke arbeiten. Denn sie hat Strahlkraft ins ganze Land.“ cl

Einen Erlebnisbericht über den RS1 finden Sie hier: Auf Gullivers Spuren an Rhein und Ruhr – Zwischen Radschnellweg und Parkplatzmangel

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Ein Gedanke zu “Der RS1: Jetzt wird in die Pedale getreten

  1. Dieser Radweg ist eindeutig zu teuer. Leider habe ich noch keinen Artikel gefunden, egal in welchem Radblog ich las, weshalb die vorhanden nicht optimiert werden? Was ist denn mit Demontage oder Umklemmen der Bedarfsknöpfe? Weshalb wird das Radwegschild, oder das Schild gemeinsamer Geh- Radweg demontiert und kein Schutzstreifen für Radfahrer auf der Straße markiert? Weshalb wird das Schild 1022-10 Radfahrer frei montiert? Dann müsste man, wenn ein Fußgänger da ist abbremsen, damit der Fußgänger nicht gefährdet wird. Außerhalb geschlossener Ortschaften, jedenfalls bei mir, fährt regelmäßig der Bauer über den gemeinsamen Geh- Radweg und verschmutzt den Weg. Weder Straßen NRW kehrt den Weg, noch wird eine Ordnungswidrigkeit geschrieben, da ich ja niemanden Anzeigen kann, weil ich nicht dabei war. Das Ordnungsamt meiner Stadt lehnt es ab, da Straßen NRW zuständig ist, die rühren sich nicht und haben mich schon als Querulanten bezeichnet. Glasscherben werden auch nicht weg gekehrt, so bleiben diese Wochen liegen. Wer bezahlt mir die Reparatur des Schlauches? Leider konnte der ADFC auch noch nichts ausrichten. Was bleibt?

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