Feinstaub: Porsche sieht sich in der Pflicht

Feinstaubalarm

Stuttgart will mit dem Feinstaubalarm weiterhin auf die Freiwilligkeit von Pendlern setzen. Unterstützung dafür kommt jetzt mit Porsche aus den Reihen der Automobilindustrie. Foto: Christian Linow

Stuttgart – Der Automobilhersteller Porsche will die Anstrengungen der Landeshauptstadt Stuttgart zur Luftreinhaltung unterstützen. Hierzu haben Oberbürgermeister Fritz Kuhn, der Vorstandsvorsitzende der Porsche AG, Oliver Blume, und der Konzernbetriebsratsvorsitzende der Porsche AG, Uwe Hück, heute ein eigenes Mobilitätskonzept im Rathaus vorgestellt. Mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen möchte der für seine Sportwagen bekannte Konzern einen Beitrag für eine zukunftsorientierte Mobilität leisten. Für den Vorstandsvorsitzenden Oliver Blume ist klar:

„Porsche steht für moderne Mobilitätskonzepte. Dazu gehören neben intelligenten Fahrzeugen Ideen für Mitarbeiter-Verkehrskonzepte an unseren Standorten. Das erfordert ein konstruktives Zusammenspiel mit den lokalen Behörden.“

Für manch einen, der im Namen Porsche sofort die Konnotation allen Feinstaubübels lokalisiert, mag das nicht zusammengehen wollen. Gleichwohl hat Oberbürgermeister Fritz Kuhn Recht, zumindest aber nicht Unrecht damit, wenn er diagnostiziert, dass die Porsche AG einer der größten Arbeitgeber der Stadt und der Region ist. Umso wichtiger sei für ihn, dass sich nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch Unternehmen als Teil der Lösung sehen und sich beim Thema Luftreinhaltung engagieren.

Ganz gleich, ob man Porsche jetzt – so wie Kuhn – als Lösung oder andersrum als Problem begreift, begrüßenswert ist der Vorstoß allemal. Künftig nämlich ermöglicht der Zuffenhausener Automobilfabrikant seinen Beschäftigten, im Großraum Stuttgart bei Feinstaubalarm den Stuttgarter Verkehrs- und Tarifverbund mit dem Firmenausweis unentgeltlich zu nutzen. Beim Pendelverkehr zwischen dem Stammwerk Zuffenhausen und dem Außenstandort Weilimdorf gilt der Firmenausweis ebenfalls als VVS-Ticket. Darüber hinaus bezuschusst Porsche seit dem 1. September das VVS-Firmenticket dauerhaft mit zehn Prozent und wird in Kürze digitale Angebote wie Mitfahrer- und Parkplatz-Apps einführen.

Womit den Bemühungen keineswegs Grenzen gesetzt sind, wie Matthias Rauter shaRAD Space in einem persönlichen Gespräch wissen lässt. Er ist Porsches Pressesprecher für Personal und Nachhaltigkeit. Für ihn steht fest:

„Wir sehen uns in der Pflicht.“

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, sei man beispielsweise bestrebt, die Wege zwischen den Werksteilen zu verkürzen. Überdies baue man derzeit auf eigene Kosten eine Unterführung der S-Bahngleise in der Nähe der Station Neuwirtshaus, die nächstes Jahr in Betrieb gehe. In gleicher Weise genießt das Fahrrad seinen Ausführungen zufolge einen hohen Stellenwert. Innerhalb der Produktionsstätten ist das Werksrad seit Langem Usus. Aber auch außerhalb des Firmengeländes wird kontinuierlich an Modellen gestrickt, die helfen sollen, den Verkehr rund um die Werke zu reduzieren.

Wie ernst es Porsche damit zu nehmen scheint, wird spätestens am Verkehrsbeauftragten des Konzerns deutlich. Ein solcher Ansprechpartner und Mobilitäts-Stratege – genauso für das Thema Fahrrad – ist keineswegs Standard.

Derlei korrespondiert allerdings mit der Auffassung von Konzernbetriebsratschef Uwe Hück, der heute betonte: „Wir schaffen Arbeitsplätze und sichern so Wohlstand für die Menschen und die Region und haben dadurch eine große Verantwortung. Innovative Produkte alleine reichen nicht, um unsere Luft sauber zu halten. Deshalb entwickeln wir als Betriebsrat Hand in Hand mit dem Arbeitgeber und der Stadt Angebote für unsere Mitarbeiter, die es attraktiv machen ohne Auto zur Arbeit zu kommen.“ Für alles andere dürfte tatsächlich zuallererst die Politik verantwortlich sein. cl

 

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