Eine 30-Zone vom Schanzenviertel bis nach Eppendorf?


Hamburg – Nachdem der Bezirk Nord bereits den Anfang gemacht und für den Umbau des Eppendorfer Wegs zu einer Tempo-30-Zone grünes Licht gegeben hatte, zog jetzt auch Eimsbüttel nach. Bei lediglich einer Stimmenthaltung gab die Bezirksversammlung gestern einem Antrag der Linksfraktion statt. Damit könnte mittelfristig  auf einer Länge von rund 2,6 Kilometern Hamburgs längste Tempo-30-Zone entstehen, die sich dann vom Schanzenviertel bis nach Eppendorf erstreckte.

Laut dem ADFC Hamburg erklärte dazu Peter Gutzeit, Abgeordneter der Linksfraktion Eimsbüttel:

„Gerade die vergangenen Tage haben in Hamburg gezeigt, dass unsere Straßen endlich entschleunigt werden müssen. Menschen, die in Ballungszentren wohnen und leben, haben ein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Gerade der Eppendorfer Weg, als längste Ladenstraße Hamburgs, ist dafür prädestiniert, Leben, Wohnen und Einkaufen, wieder in einer menschenwürdigen Umgebung zu ermöglichen. Ein paar Sekunden Zeitersparnis, Stress-und Rücksichtslosigkeit im Verkehr, dürfen nicht zum Tod oder schweren Verletzungen führen. Auch müssen entsprechende Techniken an Lkw endlich zur Pflicht werden, die das Fahren dieser Fahrzeuge in der Stadt gefahrloser machen. Das Ziel in Hamburg muss heißen: auf allen Straßen in Wohngebieten Tempo 30.“

Mit der Kampagne „Läuft!“ setzt sich der Fahrrad-Club so wie zahlreiche Anwohnerinitiativen für mehr Tempo 30 in Hamburg ein.

In einem ersten Schritt steht in Kürze der Umbau des Eppendorfer Wegs zwischen Lenhartzstraße und Löwenstraße an. Für etwa 160.000 Euro wird die Straße in diesem Abschnitt mittels baulicher Veränderungen verkehrsberuhigt. So wird der Einfahrtsbereich am Knoten Lenhartzstraße / Eppendorfer Landstraße verengt und aufgepflastert. Darüber hinaus wird die Ampel abgebaut und der Zebrastreifen im Eppendorfer Weg in Höhe Löwenstraße ebenfalls entfernt. Ferner wird durch ein Ausziehen der Gehwege der dortige Kreuzungsbereich künstlich verschmälert. Änderungen gibt es auch für Radfahrende. Bislang müssen sie in Richtung Lenhartzstraße auf einem auf dem Bürgersteig markierten benutzungspflichtigen Radweg fahren. Der entfällt künftig, sodass Radfahrende in beiden Richtungen im Mischverkehr auf der Straße unterwegs sein sollen. Den Anstoß für die Auseinandersetzung über verkehrsberuhigende Maßnahmen in dem Bereich lieferte ein aufsehenerregender Unfall am 12. März 2011 auf der Kreuzung Eppendorfer Baum / Lenhartzstraße / Lehmweg, bei dem vier Menschen ihr Leben verloren. cl

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