Hannover, Oldenburg und Bentheim sind ausgezeichnet fahrradfreundlich

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Minister Olaf Lies überreichte mit Prof. Dr. Axel Priebs (links), Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen (AGFK), Stadtbaurätin Gabriele Nießen (2. von rechts) und Kerstin Goroncy (2. von links) das Zertifikat. Foto: Stadt Oldenburg

Hannover – Verkehrsminister Olaf Lies hat gestern erstmals gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen (AGFK), Prof. Dr. Axel Priebs, den Landkreis Grafschaft Bentheim, die Stadt Oldenburg, die Landeshauptstadt Hannover und die Region Hannover als „Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen“ ausgezeichnet. Das erstmals in Kooperation mit der AGFK verliehene Zertifikat löst nach über vierzehn Jahren den gleichnamigen Landespreis ab und soll eine gezieltere und nachhaltigere Radverkehrsförderung unterstützen. Neun neue Mitglieder innerhalb der letzten zwölf Monate und damit ein Netzwerk aus 39 AGFK-Kommunen unterstreichen dies.

Dank der veränderten Rahmenbedingungen war es den Städten und Gemeinden zum ersten Mal möglich, sich gezielt auf die Zertifizierung zu bewerben. Generelle Voraussetzung sind die AGFK-Mitgliedschaft und ein bestehendes Konzept zur Radverkehrsförderung. Die Jury in diesem Jahr bestand aus Vertretern des niedersächsischen Verkehrsministeriums, des AGFK-Vorstandes und der AGFK-Geschäftsstelle, der kommunalen Spitzenverbände, des ADFC Niedersachsen, der TourismusMarketing Niedersachen, der Landesverkehrswacht Niedersachen sowie den verkehrspolitischen Sprechern aller Landtagsfraktionen. Folgende Bereiche gingen in die Bewertung der Jury ein: kommunalpolitische Zielsetzungen im Konzept, Infrastruktur, Verkehrssicherheit, Radtourismus, fahrradfreundliches Klima und Berufsradverkehr. Die jährliche Auszeichnung bescheinigt den Kommunen für fünf Jahre, eine der fahrradfreundlichsten Kommunen Niedersachsens zu sein.

Minister Lies sagte: „Fahrradfahren macht Spaß, hält fit und schont die Umwelt. Mit unserer Auszeichnung schaffen wir in den Kommunen Anreize, das Radfahren noch attraktiver zu machen. Alle vier Preisträger überzeugen mit einem guten Konzept und vielen innovativen Projekten, die den Radverkehr in Niedersachsen voranbringen. Ich freue mich sehr, den neuen fahrradfreundlichen Kommunen in Niedersachsen heute persönlich gratulieren zu können.“

Der Landkreis Grafschaft Bentheim überzeugte die Jury insbesondere mit einer sehr guten Verkehrslenkung und verschiedenen herausragenden Projekten. Beispielsweise produzierte der Landkreis einen Film für Flüchtlinge, der verschiedene deutsche Verkehrsschilder erklärt. Außerdem lobte die Jury die Verkehrserziehung an Grundschulen und den sehr guten Zustand der Radwege.

In Oldenburg hat der Radverkehr einen Anteil von rund 40 Prozent am Gesamtverkehr. Die Jury war beeindruckt von der innovativen Steuerung der großen Fahrradströme an den Knotenpunkten, wo bedarfsabhängig Grünzeiten für den Radverkehr verlängert werden. Eine Wärmebildkamera erkennt die Anzahl an Fahrradfahrern und passt die Länge der Grünphase dementsprechend an. Diese Technik ist bisher einzigartig in Deutschland.

Die Landeshauptstadt Hannover erhielt das Zertifikat für eine breite und konzeptionell aufgestellte Radverkehrsförderung, die durch viele neuartige Projekte flankiert wird. Der blaumarkierte City-Ring zum Beispiel zeigt Radfahrern in der Innenstadt, welche Straßen für Radfahrer besonders geeignet sind. Außerdem gibt es Ampelgriffe und Trittbretter, die das Halten an Ampeln bequemer machen.

Die Region Hannover konnte mit dem ganzheitlichen „Handlungskonzept Radverkehr umsteigen: aufsteigen“ überzeugen, welches einen Schwerpunkt auf die Vernetzung von Radverkehr und ÖPNV legt. Dafür hat die Region „Bike & Ride“-Stationen eingerichtet und Stadtbahnen mit zusätzlichem Platz für Fahrräder ausgestattet. Des Weiteren unterstützt sie die Aktivitäten der regionsangehörigen Kommunen finanziell und will mit ihrem sogenannten Bügel-Programm die Abstellsituation von Fahrrädern in der Region verbessern: Die Region bestellt und finanziert pro Jahr 1.000 Fahrradbügel zum Anschließen von Fahrrädern, die die Städte und Gemeinden in eigener Verantwortung an Orten ihrer Wahl platzieren können.

Für ihr besonderes Engagement wurde zudem die Stadt Rotenburg (Wümme) geehrt. Sie erhielt zwar keine Auszeichnung, dennoch wollte die Jury ihr bestehendes Konzept würdigen und sie zur schnellen Umsetzung ermutigen.

Neben den Urkunden erhielten die ausgezeichneten Kommunen außerdem zwei große Straßenbanner und eine Plakette, mit der sie sich öffentlich als eine der fahrradfreundlichsten Kommunen Niedersachsens ausweisen können.

Minister Lies sagte abschließend: „Radfahren boomt. Mit einem Anteil von 15 Prozent am Gesamtverkehr ist der Radverkehr in Niedersachsen bereits heute überdurchschnittlich groß. Es ist wichtig, nicht stehen zu bleiben und weiterhin zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln. Genau das haben die heute ausgezeichneten Kommunen gemacht und gehen damit in Niedersachsen mit gutem Beispiel voran.“

Die Übergabe der Zertifikate war in die Fachtagung „Fahrradland Niedersachsen“ eingebunden, auf der Minister Lies und Prof. Dr. Priebs die gemeinsame Broschüre „Fahrradland Niedersachsen“ vorstellten. Diese beinhaltet unter anderem die Vorstellung der neuen AGFK-Mitgliedskommunen und Ausführungen zu den Gewinner-Konzepten. red/cl

 

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