Dicke Luft, zu viel Lärm? ADFC hilft beim Antrag von Tempo 30

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Symbolfoto: Nach der Novelle des Bundesrats fordert der ADFC eine rasche Umsetzung von mehr Tempo-30-Zonen auch an Hauptstraßen. Mithilfe eines eigenen Internettools unterstützt der Fahrradverband Anwohnerinnen und Anwohner Foto: Georg Sommer, ADFC Hamburg

Hamburg – Der ADFC Hamburg bietet ab morgen eine Online-Hilfe an, mit dem Hamburgerinnen und Hamburger ganz einfach mithilfe eines Internetformulars verkehrsberuhigende Maßnahmen in ihrer Straße beantragen können.

In sehr vielen Straßen in Hamburg werden die Grenzwerte für Luftschadstoffe und Lärm deutlich überschritten. Die Stadt ist zu einer Überprüfung und zur Umsetzung von verkehrsbeschränkenden Maßnahmen wie zum Beispiel Tempo 30 verpflichtet. „Tempo 30 ist eine einfache und leicht zu beantragende Lösung für weniger Abgase und Lärm und mehr Verkehrssicherheit vor der eigenen Haustür“, sagt Jens Deye vom Vorstand des ADFC Hamburg.

Auf seiner Seite hamburg.adfc.de/tempo30antrag bietet der Fahrradclub nun allen Einwohnerinnen und Einwohnern die Möglichkeit an, zu überprüfen, wie hoch die Belastungen mit Lärm, Feinstaub und Stickstoffdioxid in ihrer Straße sind. Das Webtool zieht die Umweltdaten der Stadt heran und informiert, ob die zulässigen Grenzwerte überschritten werden. In wenigen Schritten lässt sich das Formular ausfüllen und ein individualisierter Antrag herunterladen. Drucken, persönliche Angaben ergänzen, unterschreiben, abschicken – fertig!

Die Straßenverkehrsbehörden der Polizei müssen die Belastungen an der Adresse zunächst selbst überprüfen und den Antrag innerhalb von drei Monaten beantworten. „Auch wenn die Geschwindigkeit in einer Straße schon auf Tempo 30 heruntergesetzt ist, können die Behörden weitere Maßnahmen zum Schutz vor Lärm und Abgasen anordnen: zum Beispiel Spielstraßen oder andere bauliche Veränderungen zur Verkehrsberuhigung“, sagt Deye.

Lehnt die Behörde einen Antrag aufgrund eines Ermessensfehlers ab, ist der Rechtsanspruch einklagbar. Der ADFC begleitet bereits entsprechende Verfahren von Anwohnerinnen und Anwohnern in der  Max-Brauer-Allee in Altona und in Heimfeld und hilft dabei die Anträge durchzusetzen.

Deye appelliert im Rahmen der ADFC-Kampagne „Läuft!“ insbesondere an die Anwohnerinnen und Anwohner stark belasteter Straßen: „Sorgen Sie mit ihrem Antrag auf Tempo 30 dafür, dass die Straßen in Hamburg leiser, sauberer und sicherer werden!“ Die Luftreinhalte- und Lärmaktionspläne der Stadt würden nicht wirksam schützen, die Ziele würden zudem ständig verfehlt werden. „So geht es nicht weiter. Jetzt nehmen wir Tempo 30 selbst in die Hand“, so Deye.

Anlässlich der Freischaltung seines Webtools für die Beantragung von Tempo 30 informiert der ADFC Hamburg am 22. November 2016 um 19 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20, 21107 Hamburg, über Tempo 30.

Die Zusammenhänge von Straßenverkehr, Luftverschmutzung, Lärm und Gesundheit stellt Frau Dr. Philine Gaffron vom Institut für Verkehrsplanung und Logistik der Technischen Universität Hamburg vor. red / Pressemitteilung ADFC Hamburg

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