Andrea Kupke spricht: Was am Mühlenkamp gut ist und was fehlt

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Symbolfoto: So wie hier in der Langen Reihe wurde ebenfalls der Mühlenkamp im Zuge der Busbeschleunigung umgebaut. Dabei stand auch die Verbesserung der Situation von Radfahrenden im Vordergrund. Gelungen ist das – aber nur zum Teil. Foto/Rechte: Hochbahn

Hamburg – Vor gut einer Woche hat der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer Bilanz über die Umbaumaßnahmen am Mühlenkamp gezogen (shaRAD Space berichtete). Staatsrat Andreas Rieckhof feiert das Ergebnis als Erfolg, indem er sich auf eine durch ein unabhängiges Büro erarbeitete Evaluation stützt. Dennoch hinterlässt das Resultat vor allem auch auf Seiten der Radfahrenden enttäuschte Gesichter.

ShaRAD Space fragte nach und sprach mit Andrea Kupke von der Bezirksgruppe Nord des ADFC Hamburg:

Frau Kupke, bescheinigen Sie dem Mühlenkamp aus Sicht der Radfahrenden auch einen derartigen Erfolg wie Staatsrat Rieckhof?

Ohne Frage ist es eine große Verbesserung gegenüber der vorherigen Situation: Viele Radfahrer fuhren trotz der Enge auf den Gehwegen, in zweiter Reihe abgestellte Kfz machten die Fahrbahn sehr unübersichtlich. In einer Veranstaltung des ADFC vor dem Umbau beklagten sich viele über die Zustände. Die Sicherheitsstreifen zwischen dem Schutzstreifen für Radfahrer und den Parkplätzen werden allerdings regelmäßig zum Parken mitgenutzt, so dass der Abstand fehlt und sich öffnende Türen zur Falle werden.
Und das erlaubte Halten auf den Schutzstreifen selbst wird seitens der Autofahrer weiterhin zu großzügig ausgelegt.

Die Evaluation kommt zu dem Ergebnis, dass das Ziel, angemessene Radverkehrsanlagen zu schaffen, weitgehend erfüllt ist. „Eine vollständige Erfüllung ist aufgrund des Platzangebots nicht möglich.“ Teilen Sie diese Auffassung?

Mit Ausnahme des engen Bereiches Poelchaukamp – Gertigstraße gibt es Schutzstreifen. Das ist hier besser als Mischverkehr, weil die meisten Radfahrenden nun immerhin die Fahrbahn nutzen. Für die Engstelle hätte es für Radfahrer bessere Lösungen geben können.

Was hätte man Ihrer Meinung nach am Mühlenkamp besser machen müssen?

Tempo 30 wäre dem Mühlenkamp gut bekommen. In genanntem Bereich hätten wir uns gewünscht, wegen der Enge den Durchgangsverkehr auszusperren. Wenn in dem Bereich nur Taxen, ÖPNV, Einsatzfahrzeuge und Radfahrer zugelassen wären, könnte man gut im Mischverkehr fahren, wie etwa in der Mönckebergstraße. Auch die Aufenthaltsqualität wäre besser durch weniger Verkehrslärm und Abgase.

Bei der Planung hätte man durchaus mal etwas großflächiger denken können, nicht nur bis zur Planungsgrenze. Zum Beipiel hätte man die Aufhebung des Richtungswechselverkehrs in der Sierichstraße / Herbert-Weichmann-Straße in Erwägung ziehen können. Dann wäre das eine mögliche Ausweichstrecke geworden. Dadurch ließe sich sicher auch einiger Schleichverkehr durch die Wohngebiete verringern. Und ein absolutes Halteverbot auf den Schutzstreifen würden mehr Autofahrer akzeptieren.

Haben sich die Probleme von zugeparkten Schutzstreifen am Mühlenkamp mittlerweile gebessert?

Gebessert hat sich die Situation schon, es klagen aber noch immer zu viele Radfahrende über Falschparker. Viele Radfahrende fühlen sich unwohl oder sogar gefährdet, wenn sie wegen der abgestellten Autos ausweichen müssen.

Vielen Dank!

cl

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