Berlins Verkehr: Mehr Unfälle, mehr Autos, mehr Tote

316065-74

Sit-in von Aktivisten des Volksentscheid Fahrrad auf der Kaiser-Wilhelm-Strasse in Lankwitz anlässlich eines tödlichen Fahrradunfalls am 23.8.2016. Einer von vielen, wie der Verkehrssicherheitsbericht leider bescheinigt. Foto/Rechte: Volksentscheid Fahrrad/Norbert Michalke

Berlin – Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat den Verkehrssicherheitsbericht 2016 vorgelegt. Er steht ab sofort auch als Download auf den Internetseiten zur Verfügung.

Demnach wurden im Jahr 2015 rund 137.000 Verkehrsunfälle polizeilich registriert, was abermals einen Zuwachs gegenüber den Vorjahren bedeutet. Unterdessen weist die Senatsverwaltung darauf hin, dass auch die Einwohner- und die Kfz-Zulassungszahlen seit einigen Jahren ansteigen.

Die bis zum Jahr 2010 erfreuliche Entwicklung bei Verunglückten hat sich seither nicht fortgesetzt. Fast 18.000 Menschen wurden 2015 wieder bei Verkehrsunfällen im Berliner Stadtgebiet verletzt, davon rund 2.100 schwer. Auch die Zahl der bei Verkehrsunfällen Getöteten kletterte auf einen recht hohen Wert. Nach einem Tief im Jahre 2013 mit 37 tödlich Verletzten verloren 2015 insgesamt 48 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr der Hauptstadt. Der Zuwachs in den letzten drei Jahren folgt dabei einem allgemeinen Trend. Deutlich ungünstiger als der bundesweite Durchschnitt bei innerörtlichen Unfällen erweist sich allerdings die Entwicklung im Hinblick auf schwer verletzte Unfallopfer: Während die Anzahl Schwerverletzter auf Innerortsstraßen bundesweit betrachtet seit 2004 um 13 % zurückging, war in Berlin im gleichen Zeitraum ein Zuwachs um 13 % zu verzeichnen.

Rund drei Viertel aller Schwerverletzten und Toten sind unter den zu Fuß Gehenden, Radfahrenden und motorisiert Zweiradfahrenden zu beklagen. Ohnehin  kommen die beiden Letzteren im Vergleich zu ihrem Anteil an den täglichen Wegen im Straßenverkehr überproportional häufig mit gefährlichen Blessuren zu Schaden. Laut Angaben der Senatsverwaltung bleibt das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln sonach die sicherste Form der Verkehrsteilnahme.

Gleichwohl wurden die meisten Unfälle mit Verletzungs- und Tötungsfolge, an denen Fußgänger und Radfahrer beteiligt waren, von Autofahrern verschuldet. Vor allem junge Erwachsene, aber auch Erwachsene mittleren Alters (25 bis 64 Jahre) fallen der Statistik zufolge insbesondere auf. Als Unfallursache dominiert hier mit Abstand „Falsches Verhalten beim Abbiegen“. Dies gilt in besonderem Maße gegenüber Radfahrenden. Die Unfallursachen „Nichtbeachten der Vorfahrt“ und „Nicht angepasste Geschwindigkeit“ rangieren an zweiter und dritter Stelle.

Im Rahmen seiner Verkehrssicherheitsarbeit setzt der Senat unter anderem mit Nachdruck auf die „Berliner Charta für die Verkehrssicherheit“, in der sich mittlerweile über 30 Institutionen zusammengeschlossen haben. Mit vielfältigen Maßnahmen und Aktivitäten sollen sie zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Stadtgebiet beitragen.

Des Weiteren will sich die Senatsverwaltung auch in den kommenden Jahren verstärkt den Themen Geschwindigkeit und Geschwindigkeitsverhalten widmen. Im Vordergrund soll hierbei vor allem die Wirkung der Verletzungsschwere bei Fußgängern und Radfahrern stehen. Ebenfalls auseinandersetzen möchte man sich mit der Abbiegeproblematik bei parallel verlaufenden Fuß- und Radverkehrsströmen und deren Ampelschaltungen. Ferner soll eine Rahmensetzung für das Überqueren von Fahrbahnen durch Passanten festgelegt und an einer generell besseren Sichtbarkeit aller Verkehrsteilnehmer untereinander gearbeitet werden. red/cl

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s