450.000 Euro für Haseltalradweg abseits der Landesstraße

Wiesbaden – Mit rund 450.000 Euro unterstützt das Land Hessen den Bau des Radwegs Nentershausen –Weißenhasel – Sontra-Hornel (Haseltalradweg). Das Geld geht an den Zweckverband Interkommunale Zusammenarbeit Sontra-Herleshausen-Nentershausen (InKomZ), wie Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Zurzeit verläuft die lokale Radroute Waldhessen R 13/R 14 zwischen Nentershausen und Sontra-Hornel auf der viel befahrenen Landesstraße 3249. Sie wird nun auf eine eigene Trasse abseits der Landesstraße verlegt. In Sontra-Hornel trifft sie auf den Hessischen Radfernweg R 5.

Insgesamt hat die Radwegeverbindung eine Länge von etwa 5,3 Kilometer. Davon sollen 2.225 Meter als kombinierter Rad- u. Wirtschaftsweg mit 3 Meter Breite auf teilweise vorhandener Schottertrasse entstehen. Weitere 765 Meter sollen 2,5 Meter breit als reiner Radweg ausgebaut bzw. neu hergestellt werden. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im April 2017 und sollen bis Oktober dauern.

red / Pressemitteilung Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

Radwegeförderung in Hessens Etat 2017

Wiesbaden – Wie Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir am Mittwoch in der Haushaltsdebatte des Landtags ankündigte, wird der Radwegeausbau auch im kommenden Haushaltsjahr mit zusätzlichen Mitteln außerhalb des Landesstraßenbauprogramms auf kommunaler Ebene gefördert. Dafür sind 8,0 Mio. Euro reserviert, hinzu kommen 4,0 Mio. Euro für die Verbesserung des Fußverkehrs und anderer Formen der Nahmobilität.

Gestärkt wird ebenfalls der Nahverkehr. Erstmals seit mehr als 15 Jahren erhalten die Verkehrsverbünde wieder originäre Landesmittel. Mit rund 124 Millionen Euro beteiligt sich das Land in den nächsten Jahren an der Finanzierung des ÖPNV. Dafür stellt der Etat 2017 die Weichen. Zusätzlich enthält er 11,5 Mio. Euro, mit denen das Land bereit ist, die Einführung eines hessenweiten Schülertickets ab der zweiten Jahreshälfte 2017 zu fördern. Ferner gibt es Verpflichtungsermächtigungen von 50 Mio. Euro in den Folgejahren, um die Bereitschaft des Landes im Haushalt zu hinterlegen, pro Schuljahr mögliche Mindereinnahmen der Verkehrsverbünde mit 20 Mio. Euro pro Schuljahr aus Landesmitteln auszugleichen. red

Mainuferradweg und Lückenschlüsse – 525.000 Euro für Radwege in Kelsterbach

Wiesbaden – Mit 525.000 Euro unterstützt das Land Hessen die Stadt Kelsterbach beim Ausbau von fünf Radwegabschnitten. Dies teilte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Montag in Wiesbaden mit. Das Land trägt damit über die Hälfte der Gesamtkosten.

Die fünf Abschnitte messen zusammen knapp 1,5 Kilometer und sollen eine 2,5 Meter breite neue Asphaltdecke erhalten. Der Hauptteil der Fördersumme (rund 350.000 Euro) fließt in den Mainuferradweg. Ziel ist eine durchgehende Radverbindung am Südufer. Hierfür entstanden in den vergangenen Jahren mit Fördermitteln des Landes Hessen die Ölhafenbrücke in Raunheim sowie der Opelsteg in Rüsselsheim. Nun wird der Mainuferradweg im Bereich des Kelsterbacher Hafens verbreitert und etwas verlegt, so dass steile Steigungen wegfallen.

Ausgebaut werden auch zwei zum Mainuferradweg hinführende Radwege sowie ein Abschnitt am Mönchwaldsees und der Riedwiesenweg. Damit werden Lücken im Radwegenetz geschlossent. Die Bauarbeiten sollen im Dezember 2017 abgeschlossen sein.

red / Pressemitteilung Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung

 

Hätten Sie’s gewusst? Gestern war autofrei

FAHRT SMART

„FAHRT SMART“ lautet das Motto von Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Am autofreien Tag galt das anscheinend nicht. Eigentlich sollte er mehr Aktionismus in Sachen Feinstaub zeigen. Foto: Christian Linow

Stuttgart/Berlin – Jedes Jahr am selben Tag ist es so weit: Deutschlands Straßen sind wie leer gefegt. Keine lärmenden Motore stören, dafür klingelt es hier und da inmitten der Scharen von Radfahrern, denen an diesem 22. September der Asphalt gehört. Bahnen und Busse legen eine Schaufel drauf, um dem Ansturm auf den ÖPNV gerecht zu werden. Wie, Sie haben nichts davon mitbekommen, als Sie gestern mit dem Auto zur Arbeit gefahren sind und wie jeden Tag im Stau standen? Sie haben von alledem nichts bemerkt, als Sie sich mit Ihrem Drahtesel an denselben Kreuzungen durch die gewohnten Metall-Lawinen schlängeln mussten?

Ja, das kann sein und könnte daran liegen, dass außer den Initiatoren eigentlich niemand so richtig von dem „Autofreien Tag“ etwas wusste. Einmal abgesehen von der Deutschen Bahn und dem Autovermieter Sixt. Beide hatten sich gestern auf Facebook einen humorvollen Schlagabtausch geliefert und damit auf den europäischen Tag zur motorisierten Vehikelabstinenz abgehoben, wie HORIZONT berichtet.

Ansonsten jedoch lautet die Antwort auf die Frage, ob es weniger Pkw gegeben habe, aus allen Lagern in etwa gleich. Weder beim ÖPNV noch auf der Straße waren spürbare Effekte feststellbar.

Markus Falkner, Pressesprecher der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), erklärte gestern auf Anfrage von shaRAD Space: „Wir haben und hatten heute bei U-Bahn, Bussen und Straßenbahn in Berlin normale Fahrgastzahlen für diese Jahreszeit und die gute Wetterlage. Das deckt sich auch mit den Erfahrungen der vergangenen Jahre.“

Und eine Sprecherin der Polizei Frankfurt konstatiert, dass die Verkehrslage unverändert gewesen sei. Sie wolle aber die Recherche zum Anlass nehmen, den „Autofreien Tag“ vorausblickend auf das nächste Jahr zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen zu thematisieren.

Immerhin, denn ausgerechnet im von Feinstaub geplagten Stuttgart ist man, was diese Aktion anlangt, wesentlich distanzierter. Kurz und knapp heißt es von Sven Matis, dem Leiter der Pressestelle der Stadt Stuttgart:

„An diesem Tag hat sich die Landeshauptstadt nicht beteiligt.“

Das ist insofern bemerkenswert, als die schwäbische Metropole ansonsten recht gerne auf Freiwilligkeit setzt. Sie ist die erste Stadt in Deutschland, die in Abhängigkeit der Emissionswerte und der Witterungslage bisweilen Feinstaubalarm ausruft. Bislang ist der jedoch fakultativ, vielmehr ein mit massig Brimborium medienwirksam in Szene gesetzter Appell an die Bürgerinnen und Bürger, das Auto stehenzulassen. Vor wenigen Tagen noch ließ Oberbürgermeister Fritz Kuhn in diesem Zusammenhang verlauten:

„Auch in der neuen Feinstaubalarm-Saison setzen wir auf die Freiwilligkeit der Bevölkerung. Denn ich glaube daran, dass es besser ist auf Freiwilligkeit als auf Verbote zu setzen.“

Aber wäre denn so etwas wie der „Autofreie Tag“, der in Europa von verschiedenen Umweltverbänden und Kirchen initiiert und unterstützt wird, kein geeigneter Anlass, um eine Vekehrswende anzuschieben? cl

600 Meter Lückenschluss für Europa und Al-Wazirs Bekenntnis zu Rad(schnell)wegen

Lückenschluss des hessischen Fernradwegs 6

Von links nach rechts: Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz, der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, Lampertheims Bürgermeister Gottfried Stürmer und der Präsident von Hessen Mobil, Burhard Vieth, freuen sich über den 570 m langen Lückenschluss des Fernradwegs R 6, der zugleich Teil des europäischen EuroVelo-Netzes ist. Foto: Christian Linow

Lampertheim – Nüchtern betrachtet geht es lediglich um 600 Meter Asphalt – und eigentlich nicht einmal um die. Denn tatsächlich misst der gestern feierliche eröffnete Abschnitt des noch dazu kombinierten Rad- und Gehwegs zwischen Lampertheim-Rosengarten und dem Weiler Wehrzollhaus am Ende bloß 570 Meter. Etwas mehr also als ein läppischer halber Kilometer, für den eigens Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister, Tarek Al-Wazir, herbeigeeilt ist, nachdem er zuvor bei Merck in Darmstadt eine neue Produktionsanlage für organische LED eingeweiht hatte.

Möglicherweise, weil die Etappe ein Stück vom Fernradweg 6 ist, der sich vom Waldecker Land bis nach Lampertheim erstreckt und nebenbei einer der längsten seiner Art in dem Bundesland ist, an dem kein Weg vorbeiführt – auch kein Fernradweg. Dass es sich beim R 6 darüber hinaus um einen Bestandteil des EuroVelo-Netzes handelt, wiegt freilich noch schwerer. Oder um es mit den Eröffnungsworten des Ministers auszudrücken: „Die Länder haben sich nicht nur zum Ausbau, sondern auch zur Vermarktung verpflichtet.“

Vielleicht reiste Al-Wazir aber auch deswegen an, weil ihm Radfahren einfach eine Herzensangelegenheit ist. Diesen Eindruck jedenfalls kann man bekommen, wenn man ihm begegnet und mit Fachleuten wie Matthias Gehrmann, dem ersten Vorsitzenden des ADFC Bergstraße, in Sachen Radverkehr spricht:

„Mein Eindruck ist, dass sich mit dem Minister sehr viel getan hat und tut. Die Ziele, die er hat, sind auch für uns Radfahrer gute Ziele.“

Dass mit dem gestrigen Lückenschluss ein holpriges und vor allem für Radfahrer gefährliches Ausweichmanöver auf die Landesstraße 3261 beseitigt wurde, wirkt bei alledem fast wie Beiwerk, obgleich Tarek Al-Wazir das Detail in seiner Rede durchaus wichtig war: „Die Autofahrer haben eine neue Fahrbahn, die Fußgänger und Radfahrer einen neuen Rad- und Gehweg und selbst die Eidechsen können sich sonnen.“

Die Ansprache des Ministers war aber mehr, sie war erfrischend weit gefasst und schlug einen visionären, ja fast appellhaften Bogen. Sein Kurs wurde spätestens deutlich, als er auf die landauf, landab als Musterlösung angepriesene Elektromobilität zu sprechen kam. Viele, so der Minister, hätten hier zuallererst das E-Auto im Sinn. Dabei gebe es dank Elektrorädern und Pedelecs mittlerweile eine Gruppe, die über das Fernpendeln nachdenke, die weit über die Gruppe hinausgehe, die früher bei längeren beruflichen oder Freizeitwegen nicht mal ans Fahrrad gedacht habe.

Das sieht auch Lampertheims Bürgermeister Gottfried Stürmer so. Für ihn ist klar, dass das Fahrrad aktuell eine Renaissance erlebt. Und die Vorteile liegen ihm zufolge auf der Hand:

„Probieren sie doch mal, ihr Auto direkt vor einem Geschäft abzustellen. Mit dem Fahrrad gelingt das!“

So waren sich am Ende alle einig, dass die Gesamtkosten von rund 640.000 Euro, an denen sich die Stadt Lampertheim mit 85.000 Euro beteiligt, eine gute Investition sind. Und der Ausbau geht weiter. Bis 2022 läuft die Sanierungsoffensive Hessens, die neben zahlreichen Straßenbauprojekten auch 60 Radwege an Landesstraßen umfasst. Dabei dürfe indes keineswegs Schluss sein, befindet ebenfalls der ADFC-Sprecher Matthias Gehrmann:

„Lückenschlüsse hätten wir einige: Wir haben wirklich Probleme zwischen den Gemeinden. Mir fällt da spontan der Radweg zwischen Lorch und Heppenheim ein. Der liegt wunderbar in der Natur. Allerdings steht im hessischen Radroutenplaner: ‚Vorsicht, die Brücke ist mit Kinderanhänger nicht zu benutzen!‘ Und die Kommunen machen nichts.“

Außerdem wünscht sich Gehrmann einen Radschnellweg für die Region. Er hätte es am liebsten, wenn man den von Frankfurt geplanten über Darmstadt hinaus bis ins Badische verlängerte.

Bei Tarek Al-Wazir stößt er damit auf Zuspruch. In einem Gespräch mit shaRAD Space sagte der Minister, dass sich solche Radschnellrouten – auch länderübergreifend – durchaus anbieten. Er appelliert in diesem Zusammenhang an die Kommunen, die als Träger aktiv werden müssten, weil es sich nicht um Landesstraßen handle. Nicht zuletzt habe man deswegen die AG Nahmobilität gegründet, die sich eine Vernetzung zwischen dem Land und den Gemeinden zum Ziel gesetzt habe. Schließlich wolle man Projekte dergestalt mit Landesmitteln fördern.

An drei von ihnen arbeite man laut Tarek Al-Wazir mit Nachdruck. Für den Radschnellweg zwischen Frankfurt und Darmstadt sei die Machbarkeitsstudie bereits abgeschlossen, für eine Velobahn nach Hanau sei sie auf den Weg gebracht. Eine dritte Trasse von Frankfurt bis zum Flughafen über Gateway Gardens stehe planerisch in den Startlöchern. In Anbetracht der Vielzahl von involvierten Kommunen wohl kein leichtes Unterfangen. „Ich bin froh, wenn wir diese Grundidee eines ersten Radschnellweges jetzt endlich hinbekommen“, sagte der Verkehrsminister. Dennoch sei er zuversichtlich, weil eine solche Idee dann rasch auf Nachahmung stoße. Das habe der Radschnellweg Ruhr deutlich bewiesen:

„Von der Sperrung der A 40 im Ruhrgebiet im Jahre 2010 bis zu dem Radschnellweg nebenan hat es sechs Jahre gedauert. Aber jetzt, wo mans mal sieht, sagen alle: Wollen wir auch! Und genau auf so einen Effekt setze ich.“

cl

Sikorskis Vision ist längst Wirklichkeit – Zeit für neue Taten

Frankfurt – Rund 3.000 Radbegeisterte machten gestern während der sechsten ADFC bike-night in Frankfurt die Nacht zum Tag und nahmen mit der A 66 unter dem Motto „Mehr Platz für Radler – nicht nur heut’ Nacht!“ selbst die letzten sicher geglaubten Bastionen von Autofahrern ein. Und Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir ging – oder besser gesagt: fuhr – mit bestem Beispiel voran. In der Nacht twitterte er:

„Rückweg von der ADFC #bikenight. Bin heute der 3101. Radler an der Zählstelle im Hafen Offenbach …“

In seiner Rede während der Zwischenkundgebung an der Sophienstraße / Ginnheimer Straße hatte Al-Wazir bereits gesagt, dass Frankfurts erster grüner Verkehrsdezernent, Lutz Sikorski, eine Vision gehabt habe. Einst habe er sich gewünscht, dass es für jeden Banker selbstverständlich sein solle, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.

Diese Vision ist längst Realität, spätestens seit sich mit der KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau – sogar eine Bank bei der Stadt für die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur starkmacht.

Die soll, wenn es nach dem Willen des derzeitigen Verkehrsdezernenten
Klaus Oesterling geht, weiter rasch ausgebaut werden. Oesterling, der vor allem als ÖPNV-affin gilt und nicht mal einen eigenen Dienstwagen besitzt, legte den Fokus in seiner Ansprache vor allem auf abschließbare Fahrradboxen, um die Abstellmöglichkeiten für Radfahrende nachhaltig zu verbessern. Frankfurts ADFC-Sprecher Bertram Giebeler mahnte sodann zur Besonnenheit: Man will die Leute nicht an den Worten, sondern ihren Taten messen, lautet in etwa die Quintessenz.

In Vorleistung ist die politische Riege diesbezüglich zumindest insofern gegangen, als sie mit Tarek Al-Wazir und Klaus Oesterling zwei prominente Vertreter wortwörtlich ins Rennen geschickt hat. Tapfer haben beide auf dem Rundkurs vom Römerberg durch Bockenheim, Nord- und Westend Flagge gezeigt. Das verdient zunächst einmal Anerkennung. Und es lässt Platz für den Wunsch nach einem Ansteckungseffekt. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Baden-Württembergs Verkehrsminister Windfried Hermann und der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn auf der kommenden Critical Mass Stuttgart am 7. Oktober eine Allianz bildeten und ab 18.30 Uhr den Korso vom Feuersee durch die Feinstaubhochburg der Republik anführten? cl/rh